Gründungsväter

Die Gründung der DFV Konstanz: André Nöel

Im Februar 1948 wurde André Nöel, zuvor Bezirksdelegierter in Donaueschingen, Gouverneur in Konstanz. 

Mit ihm zog ein neuer Geist in die Konstanzer deutsch-französischen Beziehungen ein. Mit vertrauensbildenden Maßnahmen beginnend, steuerte er – geleitet von dem Gedanken eines zu vereinenden Europas – auf die deutsch-französische Aussöhnung zu: Gleich zu Beginn seiner Amtszeit richtete er Sprechstunden für die Konstanzer Bevölkerung ein.

In einem Schreiben an den Landrat des Kreises Konstanz teilte Nöel mit, dass „für die ab 01. März zu veranstaltenden Vorstellungen und Konzerte die Genehmigungen nicht mehr durch die Militärregierung,sondern durch den Landrat und unter dessen Verantwortung erteilt werden“. Mit großem Geschick und viel Verständnis für die mannigfaltigen Sorgen und Nöte, die an ihn 
herangetragen wurden, versah er das oft schwierige Amt eines Gouverneurs und half, wo er konnte, ohne viel Aufhebens davon zu machen. 

Seinem Verständnis für die wirtschaftlichen Grundlagen der Stadt Konstanz ist es zuzuschreiben, dass schrittweise die Beschlagnahme von Hotels und Gaststätten aufgehoben wurde und Konstanz damit wieder über die gleiche Zahl von Fremdenbetten verfügen konnte, wie vor dem Krieg.

Da André Nöel allen geistigen und künstlerischen Dingen aufgeschlossen gegenüberstand, nahm er jede Gelegenheit zur Förderung kultureller und künstlerischer Bemühungen wahr. Eines seiner größten Verdienste war sicherlich seine Initiative zur Gründung der Konstanzer „Deutsch-Französischen Vereinigung“ 1950. Die Mitglieder setzten sich aus deutschen und französischen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zusammen; den Vorsitz hatte Oberbürgermeister Knapp. 

Gründungsmitglied André Nöel sagte in einer Rede zu diesem Anlass: „Europas Zusammenschluss wird erst in dem Augenblick Tatsache werden können, wenn Deutschland und Frankreich endgültig zusammenfinden.“ 

Die Stadt Konstanz hat ihre Dankbarkeit gegenüber Gouverneur Nöel dadurch zum Ausdruck gebracht, dass sie im Mai 1951 eine Straße nach ihm benannte. Wertschätzung, Vertrauen und das Streben nach Gerechtigkeit bestimmten sein Handeln. Für sein Wirken wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse ausgezeichnet. André Nöel starb 1997 in Paris. 

Claus-Dieter Hirt 
DFV Präsident 

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