Paul Niedermann

Paul Niedermann am 29.09.2014 im Bürgersaal  Foto: Sandra PfannerEin Überlebender des Holocausts Erzählt

Mit einem besonderen Vortrag konnte die DFV in ihrem Herbstprogramm 2014 aufwarten: Vermittelt über das erzbischöfliche Seelsorgeamt in Freiburg gelang es, den gebürtigen Karlsruher und heute in Paris wohnenden Journalisten und Fotografen Paul Niedermann für einen Vortrag mit anschließendem Gespräch zu gewinnen. Der Vortrag fand am Montag, 29.09.2014 im Bürgersaal statt.
Paul Niedermann, der am 22.10.1940 nach Gurs deportiert wurde, berichtete über seine Erlebnisse und Erfahrungen in Baden während des 3. Reichs, über die Deportation nach Gurs, seine Zeit im Internierungslager und seine Flucht.

Auf Hass lässt sich nicht bauen Auf Hass lässt sich nicht bauen

Mit seiner Aussage als Zeuge im Prozess gegen Klaus Barbie, der 1987 in Lyon wegen Kriegsverbrechen vor Gericht stand, wurde Paul Niedermann erstmals öffentlich mit seiner eigenen Geschichte konfrontiert. 1927 geboren, ist er einer der letzten Zeitzeugen der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland und Frankreich, der noch über die Schrecken des Lagers Gurs in Südfrankreich berichten kann, wohin er 1940 mit seiner Familie deportiert wurde.
Von den nach Gurs verschleppten Familienmitgliedern überleben nur Paul, sein Bruder Arnold und seine Großmutter den Holocaust. 1942 gelang ihm mit Hilfe der jüdischen Untergrundorganisation „Oeuvre de secours aux enfants“ (OSE) die Flucht in die Schweiz. Niedermann zog nach dem Krieg nach Paris, wo er bis heute lebt und arbeitet. In ganz Europa hält er Vorträge, um persönlich erlebte Geschichte zu vermitteln und gegen das Vergessen anzukämpfen. Mit großer Hoffnung erfüllt ihn die Jugend, die sich von seinen Berichten stets tief bewegt zeigt.
In dem Taschenbuch „Auf Hass läßt sich nicht bauen“ - Erinnerungen eines Überlebenden hält Paul Niedermann seine Kindheit, die Verschleppung und das Leben danach sowie Briefe aus den Lagern Gurs und Rivesaltes fest.

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